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Arbeitskleidung im Schichtenprinzip für Herbst und Winter

Drei Schichten Arbeitskleidung werden für einen kalten Arbeitstag zusammengestellt
Symbolbild: Die Kleidungsschichten werden für den geplanten Arbeitsablauf zusammengestellt.

Brixoro Redaktion |

Ein Schichtsystem ist dann hilfreich, wenn du es an Arbeitsintensität, Wetter und Pausen anpassen kannst. Plane nicht einfach drei möglichst dicke Teile. Jede Lage bekommt eine Aufgabe, und die vollständige Kombination muss Bewegung, Werkzeugzugang und vorgeschriebene Schutzkleidung zulassen.

Den Arbeitstag statt nur die Temperatur betrachten

Notiere für jede Phase: draußen oder drinnen, viel Bewegung oder stehende Arbeit, Wind und Niederschlag sowie Länge der Pausen. Die DGUV nennt für Kälteschutz unter anderem Lufttemperatur, Luftgeschwindigkeit, Feuchte und Tätigkeit als Auswahlgrößen. Ein Wert aus der Wetter-App beschreibt daher nicht den ganzen Bedarf. DGUV Regel 112-989.

Beispiel: Beim Abladen am Morgen entsteht viel Körperwärme, anschließend folgt eine ruhige Kontrolle im Freien. Eine einzige sehr warme Jacke kann beim Abladen zum Schwitzen führen und in der Standphase dennoch ungünstig sein, wenn die feuchten Lagen nicht gewechselt oder gelüftet werden können. Plane deshalb den Übergang mit.

Drei Aufgaben getrennt vergeben

Schicht Aufgabe Prüffrage
Basis liegt körpernah und soll zur erwarteten Schweißmenge passen Sitzt sie ohne Falten und bleibt Beweglichkeit erhalten?
Wärme ergänzt Isolation und lässt sich bei Belastungswechsel anpassen Kann sie vor Überhitzung rechtzeitig abgelegt werden?
Außen begegnet Wind oder Niederschlag nach dokumentierter Eigenschaft Passt sie geschlossen über die Lagen, ohne andere Ausrüstung zu stören?

Ein Herstellerbeispiel erläutert Funktionsunterwäsche als Basisschicht und weitere atmungsaktive Lagen darüber. Das ist ein Aufbauprinzip, keine Zusage für jedes Material. uvex: Funktionsunterwäsche und Schichten.

Passform an der vollständigen Kombination prüfen

Ziehe alle geplanten Lagen an. Strecke die Arme, knie, greife nach typischen Taschen und schließe die Außenlage. Bündchen dürfen nicht übereinander so stark drücken, dass Bewegung leidet. Eine größere Außenjacke löst nicht automatisch zu enge Schultern oder zu lange Ärmel. Prüfe außerdem, ob Warnflächen, Gurte oder Handschuhübergänge in der vorgesehenen Trageweise frei bleiben.

Schichtwechsel praktisch vorbereiten

Eine anpassbare Kombination hilft nur, wenn du eine Lage rechtzeitig ablegen und sicher verstauen kannst. Lege vor Arbeitsbeginn fest, wo eine trockene Mittelschicht bleibt und wie nasse Außenkleidung transportiert wird, ohne andere Kleidung zu durchnässen. Bei häufigem Wechsel zwischen Fahrzeug, Halle und Außenbereich sollte der Verschluss mit den getragenen Handschuhen bedienbar sein. Prüfe das in einer ungefährlichen Anprobe.

Beobachte in den ersten Einsätzen nicht nur, ob dir kalt ist. Achte darauf, in welcher Phase Rücken, Ärmel oder Bund feucht werden und wann du zu frieren beginnst. Tritt Feuchte schon während der aktiven Phase auf, kann früheres Ablegen einer Lage sinnvoller sein als eine noch wärmere Kombination. Bleibt die Außenlage in der Pause offen, muss dies mit den betrieblichen Vorgaben vereinbar sein.

Arbeitskleidung und Schutzkleidung nicht vermischen

Gewöhnliche Arbeitskleidung schützt die eigene Kleidung oder unterstützt den Arbeitsablauf. Schutzkleidung ist für eine konkrete Gefährdung geprüft. Zusätzliche private Lagen dürfen eine vorgeschriebene Schutzwirkung nicht beeinträchtigen; maßgeblich sind Gefährdungsbeurteilung, Kombination und Herstellerinformation. DGUV: Arbeits- und Schutzkleidung unterscheiden.

Vermeide drei typische Fehler: Schutz aus Materialdicke ableiten, alle Lagen eine Nummer größer kaufen und erst im Einsatz prüfen, ob die Kombination geschlossen passt. Lege stattdessen zwei Zustände fest: aktive Arbeit und ruhige Phase. Bestimme, welche Lage jeweils außen liegt und wo eine trockene Wechselschicht verfügbar ist.

Auswahl in fünf Schritten

  1. Arbeitsphasen, Wind, Nässe und Pausen notieren.
  2. Vorgeschriebene Schutz- oder Warnkleidung zuerst festhalten.
  3. Basis- und Wärmeschicht für die erwartete Belastung wählen.
  4. Vollständige Kombination in Arbeitsbewegungen prüfen.
  5. Ablegen, Lüften und Wechselkleidung vor Schichtbeginn planen.

Zum Vergleichen: Arbeitskleidung, Arbeitsjacken, Winter-Arbeitsjacken und Winter-Arbeitshosen.

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