Beim Herbstcheck ordnest du Wege, Arbeitslicht und trockene Ablagen passend zu deinen häufigen Arbeitsschritten. Gehe den Raum in der Reihenfolge ab, in der du ihn tatsächlich nutzt: Eingang, Verkehrsweg, Arbeitsfläche, Reinigung und Aufbewahrung.
1. Am Eingang beginnen
Markiere, was bei Regen oder Dunkelheit in den Raum kommt: nasse Schuhe, Jacken, Taschen oder Material. Diese Dinge brauchen eine definierte Abstellfläche, ohne den Weg zu blockieren oder Feuchtigkeit unmittelbar an Werkzeugaufbewahrung zu bringen. Eine Matte oder Ablage ist nur dann hilfreich, wenn sie zum vorhandenen Platz passt, sicher liegt und gereinigt werden kann.
Beispiel: Die einzige freie Ecke liegt direkt vor einem Schrank. Dort abgestellte nasse Kleidung schafft zwar kurzfristig Ordnung, blockiert aber den Zugriff. Die bessere Entscheidung ist eine Stelle außerhalb des Öffnungs- und Laufbereichs. Gibt es keine solche Fläche, muss zuerst der Bestand reduziert oder anders angeordnet werden.
2. Wege vollständig freimachen
Gehe mit dem größten regelmäßig bewegten Gegenstand vom Eingang zur Werkbank und zu den Schränken. Achte auf Kabel, Kisten, vorstehende Griffe und lose Teile am Boden. In einem Betrieb gelten Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsstättenregeln. Die DGUV nennt für innerbetriebliche Verkehrswege als Grundanforderungen, dass sie rutschhemmend, ohne Stolperfallen, beleuchtet und nicht zugestellt sein sollen. Siehe DGUV: innerbetriebliche Verkehrssicherheit.
Für eine private Werkstatt ist diese Quelle keine automatische Rechtsvorgabe. Der praktische Prüfgedanke bleibt nützlich: Ein Ordnungsplan fällt durch, wenn eine häufig genutzte Box im Laufweg steht oder eine Tür nur halb geöffnet werden kann.
3. Licht an der Aufgabe prüfen
Prüfe die Beleuchtung bei der tatsächlichen Herbst- oder Winterhelligkeit, nicht nur mittags. Stelle ein Werkstück so hin, wie du daran arbeitest, und beobachte Schatten, Blendung und Farberkennung. Die DGUV Akademie nennt neben der Beleuchtungsstärke auch Leuchtdichteverteilung, Blendungsfreiheit, Schattigkeit, Lichtfarbe und Farbwiedergabe als Merkmale.
| Bereich | Prüffrage | Bedingtes Ergebnis |
|---|---|---|
| Eingang und Weg | Bleiben Kanten, Hindernisse und Richtungswechsel erkennbar? | Wenn nicht, erst Hindernisse beseitigen und dann Beleuchtung passend zum Bereich planen. |
| Werkbank | Entsteht durch Hand, Werkzeug oder Körper ein harter Schatten auf der Sehaufgabe? | Wenn ja, Position und Lichtführung ändern; mehr Helligkeit allein muss das Problem nicht lösen. |
| Schrank und Boxen | Sind Beschriftungen ohne Blendung lesbar? | Wenn nein, Zugriff, Beschriftung und Licht gemeinsam neu ordnen. |
| Reinigungsplatz | Ist Feuchtigkeit erkennbar und bleibt der Bereich vom trockenen Lager getrennt? | Wenn nein, eine getrennte Ablage schaffen oder den Ablauf verlagern. |
Die erforderliche Beleuchtung hängt von Raum, Sehaufgabe und bei Betrieben den einschlägigen Vorgaben ab. Eine dekorative Leuchte ist ebenso wenig automatisch Arbeitslicht wie eine hohe Wattangabe ein Qualitätsnachweis.
4. Nach Arbeitsablauf statt nach Werkzeugfarbe sortieren
Lege häufig gemeinsam verwendete Dinge dort zusammen, wo der Arbeitsschritt stattfindet. Mess- und Markiermittel gehören nahe zur Vorbereitung, oft benötigtes Handwerkzeug in erreichbare Nähe der Werkbank, selten verwendete Ausrüstung in einen weniger direkten Bereich. Schwere Teile gehören auf eine tragfähige, dafür vorgesehene Ablage. Prüfe ihre zulässige Belastung und die Montagevorgaben.
Eine Box ist sinnvoll, wenn ihre Innenmaße, Fächer und ihr Verschluss zum vorhandenen Inhalt passen. Wenn fünf täglich genutzte Werkzeuge unter seltenen Teilen liegen, ist eine größere Box nicht zwingend die Lösung. Eine andere Einteilung oder das Entfernen unnötiger Inhalte kann den Zugriff stärker verbessern.
5. Trocken-, Klär- und Reinigungszone benennen
Sauberes, trockenes und geprüftes Werkzeug kommt in die Bereit-Zone. Nasse, beschädigte oder ungeklärte Teile bleiben sichtbar getrennt, damit niemand sie versehentlich nutzt. Reinigungsmittel werden nach Kennzeichnung und den für den Ort geltenden Lagerregeln aufbewahrt; ein offenes Sammelregal ist keine pauschale Lösung.
Abschlusscheck
- Eingang frei und nasse Gegenstände kontrolliert abgestellt?
- Alle häufigen Wege ohne Kisten, Kabel und lose Teile?
- Werkbank bei realer Dunkelheit ohne störende Blendung oder Arbeitsschatten?
- Täglich benötigte Dinge erreichbar, seltene getrennt?
- Feuchte oder beschädigte Werkzeuge aus der Bereit-Zone entfernt?
- Türen, Schubladen und Notausgänge im betrieblichen Umfeld vollständig frei?
Einstiege bieten Werkstattausstattung, Werkzeugaufbewahrung, Elektronik und Beleuchtung sowie Reinigungsbedarf. Für die technischen Lagerbedingungen einzelner Geräte und Akkus hilft der Ratgeber Werkzeuge und Akkus im Winter lagern.